Nach unserer nächtlichen Ankunft machten wir uns bereits am nächsten Tag (Donnerstag) per Subway auf in die Downtown, um diese auf eigene Faust zu erkunden. Die für amerikanische Verhältnisse sehr geschichtsreiche Stadt hat uns gleich in ihren Bann gezogen und so absolvierten wir nach 2-3 Stunden alleinigen „Herumirren“ noch die Freedom Trail Tour. Kurz zu Erklärung: Durch die Stadt geht eine am boden entweder gesteinert bzw. gemalte rote Linie, welche als Freedom Trail bezeichnet wird. Die Idee dahinter ist, dass alle historischen Bauten bzw. Lokalitäten eben an dieser Linie ist und man dieser nur folgen muss. Die Tour entlang des Freedom Trails wurde von einem Tour Guide geführt und zu Fuß absolviert und dauerte in etwa 1,5 Stunden. Dadurch, dass das Wetter etwas wechselhaft war – es regnete immer wieder leicht für ein paar Minuten – waren wir zunächst nur 6 Personen und demnach war die Tour noch einen Hauch persönlicher. Darüberhinaus war sie wirklich sehr gut und informativ, welches auch der Grund dafür ist, dass sie Bostons #1 Attraktion ist. Anschließend machte ich mich noch allein nach Little Italy auf, um den nördlichen Teil der Stadt zu besichtigen, da Andy noch ein wichtiges Telefonat zu führen hatte
Abends, geschafft vom heutigen Tag sowie noch müde vom Tag zuvor, ging es bald ins Bett, um fit für die nächsten Tage zu sein.
Am Freitag unternahmen wir dann eine Trolley Tour, welches es ermöglicht an 19 verschiedenen Punkten der Stadt in einen Touristenbus einzusteigen und darin vom Busfahrer alle interessanten Fakten zu den Sights sowie Insiderfacts zu erfahren. Die Tour zog sich über mehrere Stunden, da wir hin und wieder ausgestiegen sind um die Sights genauer zu betrachten. Außerdem machten wir einen Abstecher zum Bostoner Fenway Park, welches die Heimstätte der Baseballmannschaft Red Sox darstellt. So, lernten wir an diesem Tag auch noch das restliche Boston kennen und konnten uns schon langsam Boston Insider nennen. Abendgegessen haben wir in einem „German Restaurant“, wo Andy sich ein Schnitzel gönnte und ich mir eine Art Grillteller. Man muss allerdings sagen, dass es natürlich lange nicht so gut wie daheim schmeckt. Das abendliche Programm stellte sich dann aus dem neu im Kino erschienenen Indiana Jones 4 zusammen. Der Film war wirklich sehr unterhaltsam und überraschenderweise für ein Sequel und einen wesentlich älteren „Indy“ sehr gut.
Samstags stand dann ein Ausflug in das an Boston angrenzende Cambridge auf dem Programm, um wohl die bekannteste Uni der Welt zu besichtigen. Bei wem es bis jetzt noch nicht geklingelt hat, es handelt sich dabei um Harvard. Dort schlossen wir uns einer kostenlosen unofficial Harvard Tour an, welche von Studenten auf der Basis von freiwilligen Spenden durchgeführt werden. Die wirklich humorvoll geführte Tour ging neben den Harvardbauten wie Unterrichtsräume, Studentenheime, Library etc. auch immer wieder auf die Rivalität zwischen der Uni und ihrer Heimatstadt ein, deren Highlight wohl eindeutig das Cambridge Fire House darstellt. Diese Feuerwehrzentrale wollte die Stadt Cambridge auf Harvardgrund bauen, dies lies die Eliteuniversität allerdings nur zu, sofern dieses aussieht wie ein Harvardgebäude, also in klassischem Rotziegel-Look sowie eine Kapelle auf dem Dach. So kostete die Stadt das Feuerwehrhaus wesentlich mehr als budgetiert. Die Stadt seinerseits revanchierte sich natürlich dafür u.a. beim Brand des Harvardgebäude, welches unmittelbar vis-a-vis des Feuerwehrgebäudes ist, wo die Feuerwehr erst viel später ausrückte oder bei den Genehmigungen zum Wachposten bei der Einfahrt auf das Harvardareals. Am Nachmittag unternahmen wir dann einen Ausflug zum John F. Kennedy Museum, welches auf sehr interaktive Weise, das Leben des 35.Präsidenten (und wohl einer der wichtigsten, Stichwort Kubakrise, Gleichberechtigung der Afro-Amerikaner, „Ich bin ein Berliner“) der Vereinigten Staaten bis hin zu den Schüssen in Dallas zeichnet. Wirklich ein sehr gelungenes Museum, welches durch die interaktive Gestaltung wie Filme und Nachbildugen bspw. des weißen Haus oder der ersten Fernseh-Wahldebatte der beiden Kandidaten dem Besucher es sehr leicht macht in die damalige Zeit reinzuversetzen. Am Abend genossen wir dann noch in einem Restaurant in China Town ein entsprechendes Gericht und wollten dann das Nightlife in Boston unsicher machen. Allerdings mussten wir aufgrund unseres im Zimmer gelassenen Passes auf eine Sportbar umdisponieren und schauten uns so dort lediglich das Playoff-Spiel der Boston Celtics gegen die Detroit Pistons an.
Am Sonntag wäre dann eigentlich Whale Watching auf dem Programm gestanden. Wie das Leben allerdings so spielt, haben wir keine Karten mehr dafür bekommen. Ironischerweise waren wir die Tage zuvor täglich am Long Wharf (wo die Touren beginnen) und hätten diese gleich kaufen können. Demnach hieß es umdisponieren. Wir machten aus der Not eine Tugend und beschlossen die Anheuser-Busch Brauerei im nahegelegenen Merrimack, New Hampshire zu besichtigen. Die Brauerei, welches in Amerika u.a. die Marken Budweiser, Bud Light, Busch, Busch Light etc. herstellt ist neben dem Biergeschäft auch noch in weiteren Branchen aktiv. So produzieren sie auch unter anderem BBQ-Saucen und betreiben mehrere Theme Parks, wie bspw. Busch Gardens, den wir in Tampa besucht haben, aber auch Sea World in Orlando. Die Tour durch die Brauerei war kostenlos und ist für alle die in der Nähe sind zu empfehlen. Natürlich durfte anschließend der Besuch des Gift Shops nicht fehlen und so wurde wiederum ein bisschen geshopt. Somit war unsere Trip nach Boston auch schon wieder Geschichte und wir machten uns auf in Richtung Niagara Fälle bzw. auf einen Zwischenstopp auf halben Wege in der Hauptstadt New Yorks, Albany, um nicht die ganzen 7 Stunden Fahrt an einem Tag erledigen zu müssen.

